Kurzberichte Mai, Juni und Juli

Da wir leider nicht so recht dazu gekommen sind, zu einigen Ereignissen der letzten Monate längere Artikel zu verfassen, folgen hier ein paar nicht mehr ganz aktuelle Kurzberichte und Bilder zu Kundgebungen und Demos in Aschaffenburg und Umgebung:

18. Mai: Kundgebung gegen Antisemitismus und Demonstration gegen Israelische Angriffe auf Gaza

11 Tage militärischer Konflikt bis zum „Waffenstillstand“, mindestens 248 Palästinenser*innen und 12 Israelis getötet, mehrere tausend Menschen verletzt. Eine bittere Bilanz. Wie so oft eine Eskalation, die vor allem den herrschenden Kriegstreibern auf beiden Seiten in die Hände spielte und auch hierzulande unterschiedlichste politische Reaktionen hervorrief. Bei zahlreichen Demonstrationen in ganz Deutschland kam es dabei auch zu antisemitischen Angriffen, entsprechend wachsam reagierte auch die Öffentlichkeit und die antifaschistische Szene.
Am 18. Mai demonstrierte ein internationalistisch ausgerichtetes Bündnis, angemeldet von der Partei MLPD, mit ca. 70 Menschen gegen die Unterdrückung der Palästinenser*innen durch Aschaffenburg. Zeitgleich hielt ein „Bündnis gegen jeden Antisemitismus“ mit etwa 30 Teilnehmer*innen eine israelsolidarische Kundgebung am Wolfsthalplatz ab. Mobilisiert wurde für beide Versammlungen sehr kurzfristig.
Befürchtungen, es könnte zu antisemitischen Übergriffen oder Vereinnahmung durch türkische Nationalist*innen kommen, bewahrheiteten sich nicht. Die Demo, mit dem für den derzeitigen Konflikt unangebracht schwammigen Motto „Solidarität mit dem Befreiungskampf des palästinensischen Volkes!“ distanzierte sich auf Transparenten und Schildern von Antisemitismus.
Welche aktuellen Fragen und Debatten für die Linke mit dem Konflikt verknüpft sind, wird in diesem Artikel differenziert aufgezeigt.

19. Juni: Fahrrad-Aktion „Ein Stern für Hanau“

#saytheirnames – bei feinstem Sommerwetter machten sich etwa 20 Menschen mit dem Fahrrad und anderen rollenden Gefährten als Route Süd-Ost von Aschaffenburg aus auf den Weg nach Hanau, um ihre Solidarität mit den anhaltenden Kämpfen der Angehörigen und Freund*innen der Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau am 19.2.2020 auszudrücken. Unterwegs kamen dann nochmal einige Menschen in Kleinostheim und Kahl hinzu. Zusammen mit den Teilnehmer*innen der anderen Routen versammelten sich in Hanau schließlich mehrere hundert Menschen zu einer Kundgebung, um mit den Angehörigen der Opfer die Aufklärung der unbeantworteten Fragen zur Tatnacht und die Forderung nach nachhaltiger Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen zu bekräftigen. Einen ausführlichen Artikel gibt es hier.

25. Juni: Kundgebung gegen den Ausbau der B469

Zahlreiche Naturschutzverbände, FFF Aschaffenburg, das Klimabündnis und Parteien wie Die Grünen und die ÖDP hatten zu einer Kundgebung in Großostheim gegen den Ausbau der B469 aufgerufen. Das Aktionsbündnis B 469 fordert eine Abkehr von einer rückwärtsgerichteten Verkehrspolitik und möchte Alternativen aufzeigen, die in Zeiten von Umweltverschmutzung und Klimakrise dringend nötig sind. Es wurde ein Gutachten vorgestellt, dass den Ausbau als überdimensioniert analysiert.
Mehr Aschaffenburger*innen als Großostheimer*innen dürften es auf der Kundgebung gewesen sein. Leider scheint die Gruppe „Disteln im Asphalt“, die sich vor einem Jahr noch den Kampf gegen den Ausbau der B469 auf die Fahne geschrieben hatte, nicht mehr aktiv zu sein. Ein widerständiger Impuls, der nicht mit einem Auge auf die kommenden Bundestagswahlen schielt und der Illusion vom „grünen Kapitalismus“ verfallen ist, würde der Sache sicher gut tun. An dieser Stelle noch ein Hinweis auf den geplanten Zentralstreik in Frankfurt am 13.08. – denn wer vom Klima redet, kann zum Kapitalismus nicht schweigen.

25.06.21, Großostheim: Kundgebung gegen den Ausbau der B469

 

 

03. Juli: Demos der Seebrücke und der kurdischen Bewegung in Frankfurt

Die Seebrücke Ffm rief zur Demo „EU-Grenzpolitik tötet! Für das Recht zu kommen und zu bleiben!“ auf, einige hundert Menschen folgten. Etwas später begann die Demo „Verteidigt Kurdistan!“ zum  Internationalen Aktionstag gegen den neo-osmanischen Kolonialismus. Am Willy Brandt-Platz kam es dann zu einer spektakulären Banner-Aktion am blauen Eurozeichen – EU kills! Ob mit Frontex an den Außengrenzen oder in Form der NATO und ihrer Unterstützung für Erdogans Krieg gegen die kurdische Bewegung. Inhaltlich konsequent, vereinigten sich dann beide Demozüge.

 

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2 Antworten

  1. Paula B. Ton sagt:

    Eine kleine Ergänzung:
    zu der Kundgebung am 25.6. gegen den Ausbau der B469 hatte auch das Klimabündnis Aschaffenburg aufgerufen, welches sich aus mehreren Gruppen und Einzelpersonen aus dem linken Spektrum zusammensetzt. In diesem Bündnis arbeitet u.a. auch die Ortsgruppe der Interventionstischen Linken mit.
    Das Bündnis positioniert sich inhaltlich so, wie Ihr es in Eurem Artikel als für die Region vermisst:, weder schielt es nach den nächsten Wahlen, noch ist es der Illusion vom „grünen Kapitalismus“ verfallen. Mehr zu den Vorstellungen des Klimabündnisses AB lässt sich auf der Homepage nachlesen:
    https://klimabuendnis-ab.de/

    Das sind eigentlich Fakten, die den Redakteur*innen von 361° bekannt sein dürften: umso erstaunlicher, dass das seit fast zwei Jahren existierende Klimabündnis in dem Artikel mit keinem Wort erwähnt wird.

    • redaktion sagt:

      Das Klimabündnis ist dem Autor in der Auflistung durchgerutscht und wurde ergänzt.
      Der Ruf nach einem „widerständigen Impuls“ bezog sich eher auf ein Projekt, wie es
      DiA hätte werden können.

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