FAU Anlaufstelle in Aschaffenburg

In Sachen Basisorganisierung und Gewerkschaft tut sich etwas in Aschaffenburg. Gerade laufen die Vorbereitungen für den Aufbau einer regionalen gewerkschaftlichen Anlaufstelle der FAU. „Gründe sich gewerkschaftlich zu organisieren, gab es schon vor Corona mehr als genug. Doch vor dem Hintergrund der Kosten, die mit der Pandemie entstehen und dem zu erwartenden Versuch, diese Kosten auf die Arbeitenden abzuwälzen, ist diese Inititative auch eine Reaktion auf diejenigen Krisen, die nach Corona folgen werden“, so die Initiatoren auf Nachfrage.

Im Folgenden veröffentlichen wir die komplette Mitteilung der im März gegründeten FAU Sektion Aschaffenburg:

 


Gründung der FAU Sektion Aschaffenburg

Wir sind ein Kreis von Mitgliedern der FAU Frankfurt a. M. – Gewerkschaft für alle Berufe, die in der Region Aschaffenburg-Miltenberg arbeiten und leben. Die neu gegründete Sektion ist eine Untergliederung der FAU Frankfurt a.M.

Aktuell stecken wir in den Vorbereitungen für eine lokale gewerkschaftliche Anlaufstelle und wollen, sobald es die Pandemie-Bedingungen zu lassen, regelmäßig offene Treffen abhalten.

Gewerkschaftlich organisieren!

Egal ob in Festanstellung, Teilzeit, Leiharbeit, im Mini-Job, als Honorarkraft oder erwerbslos: Die Organisierung in einer Gewerkschaft bietet nicht nur die Möglichkeit sich gemeinsam zu wehren, sondern sie ist mit entsprechender Stärke auch dazu in der Lage Verbesserungen zu erkämpfen.

Wer aber das Wort Gewerkschaft hört, denkt meist sofort an große Organisationen, bei denen man Mitglied werden kann, seinen Beitrag zahlt und alle paar Jahre im Rahmen der Tarifverhandlungen von bezahlten Funktionär*innen zum Warnstreik aufgerufen wird.

Für viele Kolleg*innen steht Gewerkschaft auch für Kompromiss, Machenschaften mit Politik und Arbeitgeber*innen, Funktionärstum und für Entscheidungen, die nicht dem Willen der Basis entspringen.

Leider entsprechen viele Gewerkschaften oft diesem Bild; sofern sie in Unternehmen überhaupt präsent sind, denn gerade in kleineren Betrieben, der Gig- und Dienstleistungsökonomie und allgemein im Niedriglohnbereich, ist ihre Abwesenheit eher die Regel statt der Ausnahme. Und das obwohl gerade dort Arbeitsrechte oft am heftigsten mit Füßen getreten werden.

Basisgewerkschaften der FAU

Es gibt aber auch eine andere Art von Gewerkschaft: Basisgewerkschaften. Diese streben eine aktive Beteiligung aller Mitglieder an, lehnen bezahlte Posten ab und versuchen durch eine konfrontative Gewerkschaftsarbeit das Maximum für ihre Mitglieder zu erstreiten. Sie haben den Anspruch, Gewerkschaften von Arbeiter*innen für Arbeiter*innen zu sein.

Und als eine solche verstehen wir uns: Wir organisieren uns dezentral und nach den Interessen unserer Mitglieder. Entscheidungen werden an der Basis getroffen. Statt auf Stellvertreterpolitik setzen wir auf Selbstorganisation. Basisdemokratisch, kämpferisch, voll gegenseitiger Hilfe und einer freieren und gerechteren Welt in den Herzen, für die wir uns heute schon stark machen.

Und welches Potential die Basisgewerkschaften der FAU tatsächlich bieten, zeigt sich unter anderem an der zunehmenden Anzahl von geführten Arbeitskämpfen. So konnten in den letzten Jahren zahlreiche Konflikte ausgetragen und insbesondere in prekären Beschäftigungsverhältnissen oder in schwer organisierbaren Branchen auch einige Achtungserfolge erzielt werden. Und diese zeigen, dass es sich auch dort sehr wohl zu kämpfen lohnt.

Unsere Pläne für 2021

Mit einer in den letzten Jahren stetig wachsenden FAU und der Solidarität ihrer Mitglieder im Rücken, wollen wir auch in unserer Region als gewerkschaftliche Alternative wahrnehmbar und bei Problemen am Arbeitsplatz ansprechbar sein, nach dem Prinzip gegenseitiger Hilfe Unterstützung leisten und für eine Mitgliedschaft in der FAU werben.

Darüber hinaus wollen wir uns mit Arbeitskämpfen und Organizing-Konzepten der FAU auseinandersetzen und anlassbezogen gewerkschaftliche Schulungen ausrichten, um zielgerichtet das für Konfliktführung notwendige Wissen zu vermitteln. Denn nur wer seine Recht kennt, kann sie auch selbstbewusst einfordern.

Join the union!

Es gibt einiges aufzubauen und zu gestalten und wer sich von unserem Vorhaben angesprochen fühlt, ist herzlich willkommen. Dabei ist es egal, wie viel Erfahrung und welches Vorwissen jemand mitbringt oder nicht. Wichtig ist ein ehrliches Interesse an selbstorganisierter Gewerkschaftsarbeit, die Bereitschaft sich in Konfliktfällen gegenseitig unter die Arme zu greifen und ein Gespür dafür zu haben, dass die gesellschaftlichen Arbeits- und Lebensverhältnisse zutiefst ungerecht sind und deshalb grundlegend verändert werden müssen.

Ausführlichere Infos und zu Fragen rund um eine Mitgliedschaft geben wir gerne in einem persönlichen Gespräch.

Wir sind derzeit per Email erreichbar unter fauab-kontakt(a)fau.org

FAU Sektion Aschaffenburg, April 2021


FAU – vom Alltagskampf zur Utopie

Die Freie Arbeiter*innen Union (FAU) ist eine bundesweite Föderation unabhängiger, lokaler Basisgewerkschaften.
Sie versteht sich nicht nur als Interessenorganisation, die für die Verbesserung der Alltags- und Lebensbedingung ihrer Mitglieder eintritt. Sie will auch, zusammen mit Bündnissen und sozialen Bewegungen die ähnliche Ziele verfolgen, gesamtgesellschaftliche Veränderungen herbeiführen. Dabei versteht sie sich in der Tradition des Anarchosyndikalismus und hat die Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau einer auf Selbstverwaltung basierenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zum Fernziel. Weitere Informationen gibt es unter www.fau.org oder natürlich direkt bei uns.


FAU Frankfurt a.M. – Gewerkschaft für alle Berufe
Mühlgasse 13
60486 Frankfurt

Kontakt Frankfurt: fauffm(a)fau.org
Kontakt Aschaffenburg: fauab-kontakt(a)fau.org

 

 

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