Corona-Virus – was nun?

Wie euch sicherlich nicht entgangen ist, werden derzeit reihenweise Veranstaltungen in Aschaffenburg abgesagt, so dass unser Terminkalender gerade kein Quell der Zuverlässigkeit ist. Das Virus geht um und stellt uns alle vor eine Ausnahmesituation. Da in Bayern nun auch der Katastrophenfall inklusive entsprechend drastischer Maßnahmen ausgerufen wurde, wird das öffentliche Leben in den nächsten Tagen wohl völlig zum Erliegen kommen. Wir hoffen, dass all das an Vorträgen, Partys, Filmvorführungen, Lesungen und was ihr sonst so spannendes geplant hattet, seine Zeit und seinen Ort finden werden.
Das kulturelle und politische Leben im Allgemeinen liegt scheinbar brach, doch davon solltet ihr euch nicht umhauen lassen. Jetzt ist die Zeit für kreative Formen des Miteinanders und anderer, neuer kultureller Ausdrucksweisen. Lasst uns aus „social distancing“ lieber eine „spacious solidarity“ machen, Inspiration gibt es derzeit massig in den sozialen Netzwerken.
Leider tummeln sich dort auch haufenweise reaktionäre, rassistische oder schlicht gefährlich falsche Infos und verbreiten sich mit hoher Geschwindigkeit. Deshalb prüft Quellen und Infos genau, bevor ihr sie weiterleitet und widersprecht, wenn eure Tante die nächste Message von der Muddi von Poldi durch den Familienverteiler jagt.

Auch die Aufrufe zur nachbarschaftlichen Solidarität (#NachbarschaftsChallenge oder z.B. Corona-Soli-Ffm) und den ins Leben gerufenen Plattformen solltet ihr Aufmerksamkeit schenken – gegenseitige Hilfe ist auch eine Form des politischen Aktivismus und der gelebten Solidarität. Update: Es existiert auch eine Website für Aschaffenburg: corona-soli-ab.org
Es gibt auch eine Reihe an Tools, um Organisierung und Absprache auch ohne persöhnliche Treffen auf die Reihe zu bekommen: Solidarische Infrastruktur für solidarische Aktionen

Zur notwendigen politischen Einordnung und weiterführenden Diskussion der Situation empfehlen wir euch folgende Inhalte, die in den letzten Tagen erschienen sind:

Ergänzung (24.03.2020)

Corona politisch behandeln – Talk der IL Münster
Inwiefern ist die Corona-Krise eine politische Angelegenheit, was sagt sie über diese Gesellschaft, welche Fragen stellt sie uns? Wie geht man mit einem Ausnahmezustand um, in dem autoritäre Maßnahmen sich Raum verschaffen können und dringende soziale Kämpfe erschwert werden? Welche Interventionen sind nötig, damit die Solidarität, von der immer die Rede ist, nicht exkludierend oder gar nationalistisch artikuliert wird?
https://www.youtube.com/watch?v=QdVue7RBJBc

Pandemie, Krise Kapitalismus – #CoronaTalk der interventionistischen Linken
Trotz Corona steht die Welt nicht still und unsere politischen Kämpfe erst recht nicht. Im Gegenteil: die Corona-Krise bringt die Misstände, gegen die wir uns täglich wenden und die Teil der neoliberalen Realität sind, offen zu Tage. Das gebotene #socialdistancing und die Bemühungen um #flattenthecurve erschweren aber auch unsere Kampfbedingungen. Darüber wollen wir mit [IL*]-Aktivist*innen sprechen, die in den verschiedensten Themenbereichen aktiv sind: Recht auf Stadt, Gesundheit und Frauen*streik.
https://www.youtube.com/watch?v=KJM9vnISx3E

Corona: Die Antworten nicht den Autoritären überlassen
“Twitter quillt über mit Tweets die eine Ausgangssperre fordern, weil sich die Leute nicht selbst in eine solche begeben. Social Distancing ist nicht genug, man muss die Leute wegsperren. Wenn die Leute nicht „vernünftig“ handeln, dann muss es eben der Staat richten.”
https://lowerclassmag.com/2020/03/22/corona-die-antworten-nicht-den-autoritaeren-ueberlassen/

Soziale Ansteckung – Coronavirus: Mikrobiologischer Klassenkampf in China
“Natürlich sind Spekulationen über den bevorstehenden Untergang der KP China Unsinn. Aber auch wenn sich inzwischen kritische Betrachtungen über die Coronavirus-Berichterstattung häufen, finden wir bislang kaum Erörterungen darüber, wie solche Krankheiten überhaupt entstehen und sich verbreiten. Insofern bietet der Ausbruch Gelegenheiten zum Nachdenken: erstens über die grundsätzliche Frage, wie die kapitalistische Produktion mit der nichtmenschlichen Welt zusammenhängt, zweitens über den Zustand der chinesischen Gesellschaft.”
https://wirkommen.akweb.de/2020/03/soziale-ansteckung/

Ergänzung (21.03.2020)

Ergänzung (20.03.2020)

Die radikale Linke und das Corona-Virus
“Aber wie blicken radikale Linke auf den Ausnahmezustand unserer Gesellschaft? Freuen sie sich über die Forderungen nach Solidarität, befürchten sie die Zuspitzung der kapitalistischen Verhältnisse oder sehen sie in der Krise gar den Zusammenbruch des Kapitalismus?Ich habe mir die verschiedenen Publikationen von radikalen Linken auf de.indymedia.org und in sozialen Netzwerken angeschaut und versuche einen Einblick in die Sichtweise auf die Pandemie zu geben.”
https://stories.jannisgrosse.de/articles/die-radikale-linke-und-das-corona-virus/

Corona – mehr Tempo, mehr Gesetze, mehr Strafen
“Doch wir merken auch, wir müssen die Dramatik des Coronavirus mal eben etwas beiseite schieben. Denn inmitten der herrschenden Panik, laufen gravierende gesellschaftliche und politische Veränderungen ab, die wir in den Fokus nehmen müssen, die wir nicht unhinterfragt lassen wollen und denen wir etwas entgegensetzen sollten.”
http://keinruhigeshinterland.org/2020/03/18/corona-mehr-tempo-mehr-gesetze-mehr-strafen/

16.03.2020:

Viraler Kapitalismus
„An den Börsen massive Kursstürze, in vielen Ländern kommt das Alltagsleben zum Erliegen. Italien wird de facto als Ganzes unter Quarantäne gestellt und die Reisewarnungen, die andere Länder ausgeben, entsprechen in etwa denen für Kriegszonen.[…]Ein Niesen oder ein Husten in der Öffentlichkeit führt zu Streit und dem Aussetzen elementarer Solidarität. Was genau passiert da gerade? Wie gelang es einem Virus, die ganze Welt in Panik zu versetzen? Und was hat das mit dem Kapitalismus zu tun?“
https://revoltmag.org/articles/viraler-kapitalismus/

Aus dem Herzen der Bestie. Die Genos*innen vom Laboratorio Occupato Morion in Venedig sagen: Sozial handeln statt social distancing – Kollektivität statt Isolation!
„[…]Es gibt heute eine subtile Grenze zwischen der Aufforderung, Verantwortungsbewusstsein für die kollektive Gesundheit zu zeigen, und der freiwilligen Reduktion jede*r Einzelnen von uns auf eine* individualisierte* Verteidiger*in (auch unbewusst) von Staatsräson und nationaler Einigkeit. Tatsächlich erleben wir eine entmutigende Überlappung dieser spannungsreichen Pole und der beste Ort dies zu beobachten sind die sozialen Medien.[…]“
https://blog.interventionistische-linke.org/corona/dalli-alluntore-packt-den-giftsalber

Solidarität in Zeiten von Corona
“[…]Wenn wir verhindern wollen, dass die Herrschenden den Notstand für ihre politischen Zwecke ausnutzen, müssen wir selbst solidarische Antworten finden. Jetzt Solidarität zu entwickeln ist zum einen die Voraussetzung für gemeinsame Organisierung und das Führen von Kämpfen für eine bessere Gesellschaft. Ganz praktisch kann sie gerade jetzt zum anderen aber auch eines: Leben retten.”
https://mosaik-blog.at/corona-solidaritaet-perspektiven/

 

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