VA-Reihe: Die Commune im 21. Jahrhundert

10.01.2019: Munizipalismus, rebellische Städte und soziale Bewegungen

Vortrag und Diskussion mit Norma Tiedemann im Stern Aschaffenburg, Platanenallee 1.

Erwachsen aus den Platzbesetzungen 2011/2012, den vielfältigen sozialen Bewegungen und den Arbeitskämpfen im Zuge des Krisenmanagements in Spanien gründeten sich in vielen Städten des Landes neuartige Zusammenschlüsse von Bewegungsakteur*innen und Parteien – die sogenannten munizipalistischen Listen. Mit den Kommunalwahlen im Mai 2015 überschritten diese hybriden Bündnisse die Schwellen lokalstaatlicher Institutionen unter anderem in Barcelona, Madrid, Valencia, Zaragoza, Santiago und Badalona wo sie nun seit über zwei Jahren als Teil eines Netzwerkes „rebellischer Städte“ (mit)regieren. Kontroversen und Widersprüche bleiben dabei nicht aus und trotzdem scheint das munizipalistische Versprechen attraktiv genug, um sich rasch zu verbreiten. Das Netzwerk dehnt sich über Europa bis nach Nord- und Südamerika. Die Idee eines neuen Munizipalismus, eines strategischen Fokussierens von Bewegungen auf die städtische Ebene findet also in sehr verschiedenen sozialen und politischen Kontexten Anklang. Im Vortrag wollen wir uns mit historischen Ursprüngen (u.a. Pariser Commune) des Munizipalismus, der Geschichte und aktuellen Entwicklungen der Munizipalismen in Spanien und den emanzipatorischen Perspektiven von Stadtregierungen und einer translokalen Vernetzung auseinandersetzen.

Die Referentin Norma Tiedemann hat Global Political Economy studiert, arbeitet nun in der Politischen Theorie und interessiert sich seit längerer Zeit für Stadtentwicklung, feministische Theorie und Praxis und soziale Bewegungen.  

Beginn 19 Uhr


16.02.2019: Libertärer Kommunalismus nach Murray Bookchin

Was hat eine auf Herrschaft und Ausbeutung gegründete Gesellschaft mit ökologischen Krisen zu tun, und wie kann sie auf diese reagieren? Wenn Klimawandel, Verschmutzung und Umweltzerstörung nicht mehr zu ignorieren sind, gibt es immer wieder die gleichen Formeln zu hören. Entweder sollen die Geschäfte weiterlaufen wie bisher, mit umweltverträglicher Ausrichtung. Oder die Menschheit und die Zivilisation werden als das Übel ausgemacht, das es zu bekämpfen gelte. Anarchistische Sozialökologie & libertärer Kommunalismus hingegen wollen weder an die Alternativlosigkeit der bestehenden sozialen noch ökologischen Verhältnisse glauben. Wie aber sieht das Verhältnis zwischen menschlicher und nichtmenschlicher Umwelt aus? Und vor allem: wie kann es herrschaftsfrei neu gestaltet werden, um ein glückliches Leben zu ermöglichen?

Mit der Erkenntnis im Hintergrund, dass ökologische Probleme in Kern soziale sind, vertraten Murray Bookchin und Janet Biehl das Konzept des libertären Kommunalismus als Gegenentwurf zur herrschenden Gesellschaft.
Damit inspirierten sie nicht nur weltweit zahlreiche Menschen, sondern prägten auch maßgeblich das von der kurdischen Bewegung in Rojava initiierte Projekt des demokratischen Konföderalismus.

Doch was ist mit libertärem Kommunalismus eigentlich gemeint? Wie soll das funktionieren? Und wofür können wir dieses Konzept heute benutzen?

Mit diesen Fragen wird sich der Vortrag, gehalten von einem Mitglied der anarchistischen Gruppe Krefeld, auseinandersetzen.

Die Veranstaltung findet im Stern e.V. – Platanenallee 1 – Aschaffenburg – statt und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.


11.03.2019: Soziale Infrastruktur als Transformationsprojekt

Seit 2003 beschäftigt sich das Frankfurter Links-Netz mit einem alternativen Ansatz der Sozialpolitik. Die soziale Infrastuktur soll die Voraussetzungen für das gute Leben aller schaffen.

Die Infrastruktur – vor allem die Bereiche Gesundheit, Bildung, Kultur, Verkehr und Wohnen – soll allen zur Verfügung stehen, völlig unabhängig von vorherigen Einzahlungen oder nachfolgenden Verpflichtungen.
Das heisst, dass auch die Verbindung zwischen Arbeit und Einkommen gelöst werden soll. Dies könnte mit einem bedingungslosen Grundeinkommen umgesetzt werden.

Diese Idee einer Transformation der Gesellschaft werden die Referenten Dirk Martin und Jens Wissel (beide Links-Netz)  vorstellen.

Die Veranstaltung wird organisiert von der IL Aschaffenburg in Kooperation mit der Kommunalen Initiative.

Die Veranstaltung findet im Stern e.V. – Platanenallee 1 – Aschaffenburg – statt und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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